Philippinischer Vulkan Taal: Einer der gefährlichsten Vulkane brodelt

43 Jahre lang war es ruhig am Taal-Vulkan auf den Philippinen. Nun ist der Feuerberg wieder aktiv. Ein Satellitenbild zeigt eine Dampf- und Aschewolke, die über bewohntes Gebiet zog.

Nachdem es 43 Jahre keinen Ausbruch mehr gab, spie der Vulkan am 12. Januar zunächst Wasserdampf. Am Tag darauf flog eine Stunde lang heiße Lava in die Luft. Der Ausbruch wurde von heftigem Donner und Blitzschlag begleitet. Der Wind verteilte die Asche im Umkreis und blies sie nördlich über die philippinische Insel Luzon, Straßen verschwanden unter Asche, Zehntausende Menschen wurden evakuiert.

Magma-Ansammlung im Untergrund

Die Behörden sind in höchster Alarmbereitschaft, sie rechnen mit weiteren Eruptionen, berichtet die amerikanische Weltraumbehörde Nasa. Eine Serie von etwa 150 vulkanischen Beben deutet darauf hin, dass sich im Untergrund Magma ansammelt. Das Philippine Institute of Volcanology and Seismology hat deshalb alle Bewohner in einem Umkreis von 14 Kilometern um den Hauptkrater des Vulkans aufgefordert, die Region zu verlassen. Das betrifft eine halbe Million Menschen. Der Vulkan Taal auf den Philippinen ist alles andere als gewöhnlich: Vor mindestens 100.000 Jahren sprengte eine gewaltige Eruption einen 25 bis 30 Kilometer breiten Krater frei. In weiten Teilen dieses Kraters befindet sich heute ein schwefelhaltiger See mit einer Insel. Volcano Island ist bis zu 311 Meter hoch und beherbergt wiederum einen See, auf dem es eine kleine Insel gibt.

Auf Volcano Island, also der größeren Insel, leben auf 23 Quadratkilometern mehrere Tausend Menschen. Zehn Städte liegen hier und zahlreiche Ortschaften. Und genau das ist ein Problem, denn der Taal-Vulkan hat nicht nur eine ungewöhnliche Geologie, sondern ist auch derzeit aktiv.

Bricht der Vulkan aus, kann seine Dampf- und Aschewolke kilometerweit ziehen. Die Animation oben zeigt, wie sich der Rauch vom 12. auf den 13. Januar ausgebreitet hat. Der japanische Satellit „Himawari 8“ hat die Aufnahmen aus dem All gemacht. Die Karte unten zeigt die Schwefeldioxid-Konzentration in der Stratosphäre, wie sie der „Suomi-NPP“-Satellit der amerikanischen Wetter- und Weltraumbehörden Noaa und Nasa am 13. Januar erfasst hat.

Bislang gehen Forscher nicht davon aus, dass die Schwefeldioxid-Konzentration ausreicht, um die Sonneneinstrahlung auf die Erde so stark zu vermindern, dass sich der Vulkanausbruch aufs Klima auswirkt, wie es bei größeren Eruptionen der Fall sein kann. Wenn es in den kommenden Tagen weitere Ausbrüche gibt, könnte sich das aber ändern.

“Die Wolken des Vulkans bestehen in der Regel zu großen Teilen aus Wassertropfen“, sagt Simon Carn, Vulkanologe der Michigan Technological University. Grund dafür ist, dass Wasser aus dem Kratersee in die umliegenden Gesteinsschichten dringt. Dadurch kommt es an dem Vulkan zu sogenannten phreatischen Explosionen, die schwer vorherzusagen sind.

Heftige Dampfexplosion sprengt Gestein

Dabei wird Wasser im Gestein in Felsporen eingeschlossen und heizt sich durch das umliegende Magma extrem auf. Der Druck in der Kapsel wird dadurch immer größer und sorgt dafür, dass das Wasser trotz seiner extrem hohen Temperatur nicht verdampft. Bewegt sich der Untergrund, kann der Druck mit einem Schlag entweichen. Dann kommt es zur Dampfexplosion, das Wasser wird schlagartig gasförmig und nimmt das etwa 2000-fache Volumen an.

Dabei wird so viel Energie frei, dass Gestein zerspringt. Die Dampfwolke arbeitet sich so an die Oberfläche und reißt Gesteinsbrocken und Asche mit sich. Das gleiche Phänomen löste im Dezember 2019 auch das Unglück auf Neuseelands Touristeninsel White Island aus.