Neue Regeln in Vietnam: Homo-Verbot im Knast

Wie die BBC berichtet, gibt es in vietnamesischen Gefängnissen neue Regelungen. So sind „homosexuellen Handlungen“ unter Häftlingen ab sofort verboten, die Inhaftierten dürfen sich zukünftig nicht mehr die Köpfe rasieren und keine Tattoos mehr stechen lassen. Auch das Wachsen von Bärten wird untersagt. Ferner wird den Gefangenen der Tausch oder Handel mit anderen Häftlingen untersagt und es besteht ein „Selbstmordverbot“.

Das vietnamesische Sicherheitsministerium untersagt zudem Bücher oder Dokumente mit sogenanntem „ungesundem Inhalt“. Darunter verstehen die Behörden in den meisten Fällen staatskritische Inhalte. Die neuen Vorschriften in den von Amnesty International bezeichneten „Folter-Gefängnissen“ werden laut der Nachrichtenagentur dpa mit „Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit“ begründet.

„Nicht weniger als menschlich behandeln“

Bereits 2016 enthüllte Amnesty International, welches Martyrium Gefangene in Vietnam erleiden: „Die Gefangenen beschreiben ein System von Misshandlungen, das bereits mit der Verhaftung beginnt, vor Prozessbeginn an Intensität gewinnt – denn die Behörden wollen Geständnisse hören – und bis zur Entlassung andauert.“ Der Bericht der Menschenrechtsorganisation basiert auf einer Interview-Reihe mit 18 politischen Ex-Häftlingen.

Auch Phil Robertson, stellvertretender Direktor der Asienabteilung von Human Rights Watch, kritisiert die neuen Verbotsregelungen: „Das Sicherheitsministerium versagt darin, zu verstehen, dass man, wenn man Menschen ins Gefängnis schickt, diese nicht komplett ihrer Rechte berauben und sie nicht weniger als menschlich behandeln darf“, so der Aktivist gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Rechte für LGBTQ in Vietnam

In Vietnam ist Homosexualität zwar grundsätzlich erlaubt, dennoch sind gleichgeschlechtliche Handlungen heute nicht gleichgestellt. Es existieren keine staatlichen Diskriminierungsverbote.