Indonesien zählt Gebetshäuser: Bis zu eine Million Moscheen

Noch sind nicht alle Moscheen in Indonesien gezählt. Dass ihre Zahl an die Million heranreichen könnte, ist aber schon klar. Und es kommen ständig neue hinzu. Andere Religionen haben es mit dem Bau ihrer Gotteshäuser deutlich schwerer.

Ein staatlicher Zensus in Indonesien hat bislang mehr als 554.000 Moscheen im Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung registriert. Laut einem Bericht des vatikanischen Pressedienstes Asianews von Samstag gehen die Experten um Projektleiter Fakhry Affan davon aus, bislang erst drei Viertel der islamischen Gebetsstätten erfasst zu haben. Die endgültige Zahl könne bei 800.000, vielleicht sogar einer Million liegen. Zu Beginn der aktuellen Erhebung im Jahr 2013 waren beim Religionsministerium in Jakarta den Angaben zufolge 240.000 Moscheen verzeichnet.

Ein erster Durchgang soll laut dem Bericht in diesem Jahr abgeschlossen sein. Affan sprach jedoch von einer „Arbeit ohne Ende“, weil ständig neue Moscheen eröffneten. Erfasst werden demnach auch kleine Versammlungsräume für bis zu 40 Personen. An der Zählung wirken den Angaben nach 1.000 Personen mit. Eine besondere Schwierigkeit stellt die geografische Situation Indonesiens mit mehr als 17.000 Inseln dar.

Radikale Priester eindämmen

Für andere Religionen ist es in Indonesien schwieriger, Gotteshäuser zu errichten. Seit dem Jahr 2006 gilt ein restriktives Gesetz für deren Bau. Zwischen 2007 und 2018 sei in 199 Fällen Katholiken und Protestanten der Bau von Kirchen verweigert worden, hieß es im vergangenen November in einem Bericht über Religionsfreiheit des „Setara“- Instituts für Demokratie und Frieden in Jakarta. Danach folgen mit insgesamt 133 verweigerten Neubauten von Moscheen und Tempeln die als Häretiker angesehene islamische Gemeinschaft der Ahmadis sowie Anhänger traditioneller Religionen.

Der Zensus soll Projektleiter Affan nun helfen, die Zahl radikaler Prediger einzudämmen. Die indonesische Regierung kündigte an, Zertifikate für Moscheen und Imame auszustellen. Weiter ist dem Bericht zufolge eine Smartphone-App geplant, mit der muslimische Gläubige den nächsten Kultort finden können. Auch sollen die Daten für mehr Transparenz bei der Leitung und Finanzverwaltung sorgen.