Erdbebenserie erschüttert philippinische Insel Mindanao

Erneut haben die Einwohner der Insel Mindanao auf den Philippinen heftige Erdbeben erlebt. Ein sechsjähriges Mädchen wurde von einer einstürzenden Mauer erschlagen, viele Gebäude beschädigt.

Auf Mindanao bebt seit Wochen immer wieder die Erde. Schon im Oktober gab es bei Erdstößen auf der philippinischen Insel mehrere Tote, Hunderte wurden verletzt. Am Sonntag kam es erneut zu einer Erdbebenserie: Nach Messungen des United States Geological Survey (USGS) hatte das heftigste Beben die Stärke 6,8 und ereignete sich gegen 14.11 Uhr Ortszeit (7.11 Uhr MEZ) in der Davao-Region.

Das Zentrum des Bebens lag demnach in gut 20 Kilometer Tiefe rund sechs Kilometer südlich des Ortes Magsaysay. Anschließend kam es zu einer Reihe weiterer Erdbeben – nach USGS-Messung mit Stärken zwischen 4,7 und 5,7. Die philippinische Behörde Phivolcs (Philippine Institute of Volcanology and Seismology) gab die Stärke des Hauptbebens mit 6,9 an. Am stärksten sei es in Magsaysay und im nahe gelegenen Ort Matanao zu spüren gewesen.

Panik in den Straßen

Es gebe Berichte über mindestens 14 Verletzte in Magsaysay, sagte ein örtlicher Funktionär. In Matanao habe eine einstürzende Mauer ein sechsjähriges Mädchen unter sich begraben, sagte der Bürgermeister der Stadt, Vincent Fernandez, im Radio. Das Kind erlag seinen Verletzungen. Im Ort Padada stürzte nach Polizeiangaben ein kleines dreistöckiges Gebäude ein. Über Twitter verbreitete Fotos zeigten starke Gebäudeschäden. In der Stadt Davao eilten Menschen in Panik aus einem Einkaufszentrum.

Die Behörden in den am stärksten betroffenen Städten Davoa und Cotabato haben den Schulunterricht für Montag abgesagt. Zunächst müsse die Stabilität der Schulgebäude überprüft werden. Einige Orte auf Mindanao sind von der Stromversorgung abgeschnitten.

Erdbeben sind auf den Philippinen keine Seltenheit. Der südostasiatische Inselstaat liegt am Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Entlang dieser Linie ereignen sich rund 90 Prozent aller Beben weltweit. Auf Mindanao – der zweitgrößten Insel des Landes – kamen in den vergangenen Wochen 28 Menschen ums Leben und mehr als 600 wurden verletzt.

Anfang Dezember traf zudem der tropische Wirbelsturms „Kammuri“ die Philippinen. Mindestens 17 Menschen starben nach Behördenangaben, fast eine halbe Million Menschen, die meisten davon im Osten des Inselstaats, verloren vorübergehend ihr Zuhause.