WHO-Mitarbeiter in Myanmar getötet

Ein Soldat bewacht eine Brücke zwischen Myanmars Rakhine und Bangladesh: In der Region wurde der WHO-Mitarbeiter getötet. (Symbolbild)
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Im Westen von Myanmar greift eine bewaffnete Gruppe ein UN-Fahrzeug an. Ein WHO-Mitarbeiter, der gerade Corona-Testproben transportierte, wird getötet.

Bei einem bewaffneten Angriff auf ein UN-Fahrzeug in der Unruheregion Rakhine im Westen Myanmars ist ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getötet worden. Ein Mitarbeiter der myanmarischen Regierung sei zudem verletzt worden, teilte die UNO mit. Den Angaben zufolge wurden in dem Fahrzeug Coronavirus-Testproben transportiert. Im myanmarischen Teilstaat Rakhine herrscht ein blutiger Konflikt zwischen der Armee und der Rebellengruppe Arakan-Armee.

Beide Konfliktparteien machten jeweils die Gegenseite für den Angriff auf das UN-Fahrzeug verantwortlich. Nach UN-Angaben ereignete sich der Vorfall am frühen Montagabend an einer Brücke in der Nähe der Stadt Minbya. Demnach wurde der 28-jährige Fahrer, der für die WHO tätig war, getötet, sein Begleiter verletzt.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus drückte den Angehörigen des Opfers im Online-Dienst Twitter sein Beileid aus. Es sei „tragisch, ein Leben zu verlieren, während man die Welt zu seinem sicheren Ort macht“, fügte er hinzu.

„Vollständige Untersuchung“ gefordert

Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Attacke. Er rief zu einer „vollständigen und transparenten Untersuchung“ auf. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Guterres laut einer Erklärung seines Sprechers.

Wegen des blutigen Konflikts zwischen dem myanmarischen Militär und der Arakan-Armee gilt in Rakhine seit Monaten eine strikte Ausgangssperre. Eine unabhängige Berichterstattung aus dem Gebiet ist kaum möglich. Die Arakan-Armee kämpft für die Rechte der ethnischen Gruppe der Rakhine. Die Region war auch Schauplatz eines blutigen Militäreinsatzes gegen die muslimische Minderheit der Rohingya im Jahr 2017, nach dem mehr als 700.000 Menschen ins benachbarte Bangladesch flohen.