Nicholas Sparks: Philippinen sind die romantischste Nation PDF Drucken E-Mail
Montag, den 07. März 2016 um 08:54 Uhr
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Interview: Britta Schultejans, dpa

Nicholas Sparks ist die männliche Antwort auf Rosamunde Pilcher und seit zwei Jahrzehnten unangefochtener Romantik-König im Buchregal. Im Interview in München spricht er von Einhörnern und Regenbögen.

Neues Buch, neuer Film: US-Bestsellerautor Nicholas Sparks feuert in diesen Tagen aus allen Rohren. Am Dienstag (8. März) kommt sein neues Buch «Wenn Du mich siehst» auf den Markt, zwei Tage später startet die Romanverfilmung «The Choice - Bis zum letzten Tag» in den deutschen Kinos. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München spricht der 50-Jährige über weltweite Romantik, chaotische Zustände bei seinen Auftritten in Brasilien, seine gescheiterte Ehe, und er erklärt, warum seine Bücher oft so traurig sind.

Frage: Es ist nicht Ihre erste Dienstreise nach Deutschland. Reagieren die Leute hier anders auf Sie und Ihre Bücher als in anderen Ländern?

Antwort: Die Events hier sind total anders. Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, in dem ich bei Auftritten tatsächlich aus meinen Büchern lese. In Brasilien habe ich zum Beispiel ein Interview auf der Bühne - und signiere dann Bücher. In den USA halte ich eine kurze Rede - und signiere dann Bücher. In anderen Ländern tauche ich einfach auf und signiere Bücher. Dass ich tatsächlich vorlese, das gibt es nur in Deutschland.

Frage: Welche Nation haben Sie denn als die romantischste erlebt?

Antwort: Ich glaube, die Philippinen. Sie lieben meine Bücher und romantische Bücher im Allgemeinen. Sie sind ein sehr romantisches Volk. Warum, weiß ich nicht. Ähnlich ist das auch mit Brasilien. In den beiden Ländern kann ich nicht ohne Bodyguards reisen. Auf der Buchmesse in Rio habe ich vier Stunden lang insgesamt rund 2000 Bücher signiert - und es gab einen regelrechten Aufstand, weil nicht alle drangekommen sind. 14 000 Menschen waren gekommen. Sie mussten mich durch Tunnel aus dem Gebäude schaffen. Das war verrückt.

Frage: Wie ist das in Ihrem Alltag?

Antwort: Ganz anders, sehr viel ruhiger. Ich lebe in einer kleinen Stadt. Da kennt man mich und niemand macht eine große Sache draus. Allgemein werde ich in den USA sehr selten erkannt. Es ist kein Problem, mit den Kindern ins Disneyland zu gehen oder in Miami Urlaub zu machen.

Frage: Wie ist das bei Ihnen persönlich? Lesen Sie gern romantische Bücher? Schauen Sie gern romantische Filme?

Antwort: Ich lese viele verschiedene Romane, viele verschiedene Genres und schaue viele verschiedene Filme. Im Endeffekt kommt es auf die Qualität jedes spezifischen Werkes an und darauf, ob es in seinem jeweiligen Genre gut ist. Ich liebe «Dirty Dancing» zum Beispiel. Oder «Ghost» und «Pretty Woman». Diese Filme hatten in ihrem Genre große Erfolge. Wenn ein Film oder ein Buch gut sind und Erfolg haben, dann überschreiten sie auch Geschlechtergrenzen.

Frage: Stimmt es, dass Sie rund 100 Bücher pro Jahr lesen?

Antwort: Ja. Ich lese einen Mix von Fiktion und Autoren, von denen ich ein fast ein Fan bin - wie Stephen King oder Gillian Flynn. Ich lese auch literarische Fiktion und Klassiker, wenn ich sie noch nicht gelesen habe, dann und wann mal Charles Dickens. Ich lese auch viele Sachbücher über Wirtschaft, Geschichte oder Politik - und Biografien. Aber keine Biografien von lebenden Menschen. Sie müssen mindestens 15 Jahre tot sein.

Frage: Gibt es Männer, die Ihre Bücher lesen?

Antwort: Ja. Ob es viele sind, weiß ich nicht. Natürlich machen Frauen einen Großteil meiner Leserschaft aus, und das ist für mich völlig in Ordnung. Ich hatte nie erwartet, dass diese Art Bücher ein großes, männliches Publikum erreicht.

Frage: Im College, lange bevor Sie ein gefeierter Schriftsteller wurden, waren Sie ein erfolgreicher Athlet. Denken Sie manchmal, Sie hätten diese Karriere weiter verfolgen sollen?

Antwort: Ich bin glücklich mit dem, was ich tue. Und außerdem hatte ich als Athlet das für mich höchstmögliche Level erreicht. Ich hätte es nie zu Olympia geschafft. Es gab immer Menschen, die besser waren als ich.

Frage: Lesen Ihre Kinder Ihre Bücher eigentlich?

Antwort: Meine Töchter ja, meine Söhne nicht so sehr. Meine Töchter lieben die Bücher, sie sind nur manchmal sauer auf mich, weil die Geschichten ja schon manchmal sehr traurig sind.

Frage: Warum sind sie das denn?

Antwort: Weil ich versuche, Romane zu schreiben, die sich authentisch anfühlen, mit Charakteren, die sich echt anfühlen und der eigene Nachbar, ein Familienmitglied oder sogar ein Teil von einem selbst sein könnten. Und dann versuche ich, alle großen Gefühle des Lebens unterzubringen: Liebe, Verlust, Wut, Angst. Ich versuche, sie alle in jede Story einzubringen, weil Geschichten, die diese Gefühle verbinden, tendenziell länger im Gedächtnis bleiben. Ich mag es nicht, wenn eine Geschichte mich manipuliert, aber ich mag es, wenn sie mich bewegt.

Frage: Ihr Buch «Wenn Du mich siehst» kommt in diesen Tagen auf den Markt. Was bedeutet das für Sie?

Antwort: «Wenn Du mich siehst» ist ein besonderes Buch, das ich am Anfang meiner Karriere wahrscheinlich nicht hätte schreiben können. Es ist einfach zu komplex, und am Anfang hat mir dazu die Erfahrung als Schriftsteller gefehlt. Es ist eine Liebesgeschichte, die sich in einen ziemlich verschlungenen Mystery-Thriller entwickelt. Insofern hat das Buch schon eine große Bedeutung für mich. Es war - selbst nach 17 Romanen - eine Herausforderung, diesen zu schreiben. Normalerweise brauche ich etwa sechs Monate für ein Buch. Für dieses habe ich 14 Monate gebraucht. Am Ende war ich einfach nur froh, dass ich fertig war. Aber dafür gibt es auch zwei Geschichten: eine komplette Liebesgeschichte und einen kompletten, mysteriösen Thriller.

Frage: Und wie steht es mit «The Choice», dessen Verfilmung jetzt ins Kino kommt?

Antwort: Das Buch war auch etwas Besonderes, weil es in gewisser Weise eine Rückkehr zu «Wie ein einziger Tag» ist und die Frage stellt: Was passiert, wenn die Flitterwochen vorbei sind? Das machen nicht alle meine Romane. Ich mag es aber zu zeigen, dass der Rest des Lebens auch dann nicht nur aus Einhörnern und Regenbögen besteht, wenn man die große Liebe gefunden hat.

Frage: Sie haben im vergangenen Jahr die Trennung von Ihrer Frau bekannt gegeben. Reagieren Ihre Fans seither anders auf Sie?

Antwort: Nein. Die meisten Menschen wissen, dass es im echten Leben mit der Liebe sehr viel schwieriger ist als im Roman.

ZUR PERSON: Nicholas Sparks ist so etwas wie die männliche Rosamunde Pilcher. Seine Liebesromane werden regelmäßig zu Bestsellern und ebenso regelmäßig mit hochkarätiger Besetzung verfilmt. Nach Angaben des Heyne-Verlages ist Sparks einer der meistgelesenen Autoren weltweit. Seine Romane erscheinen in 47 Ländern, allein im deutschsprachigen Raum wurden 17 Millionen seiner Bücher verkauft.




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