Thailand / Koh-Tao-Morde: Polizei gibt mangelhafte Ermittlung zu

Bangkok - In dem Prozess gegen die beiden burmesischen Migranten, die zwei britische Touristen auf Koh Tao ermordet haben sollen, kommen immer neue Unstimmigkeiten ans Licht. Die Ermittlungen der Polizei sind noch mangelhafter als ursprünglich angenommen, berichtet das amerikanische Time-Magazine.

Die burmesischen Migranten Wai Phyo und Zaw Lin, beide 22, stehen zurzeit vor Gericht, weil ihnen vorgeworfen wird, David Miller, 24, und Hannah Witheridge, 23, am15. September letzten Jahres auf Koh Tao ermordet zu haben.

„Vertuschung im Paradies“ titelt die britische Boulevardpresse

Wie mehrfach berichtet, bestreiten die Angeklagten die Vorwürfe, sie fühlen sich als Sündenböcke, die gefoltert wurden, um Geständnisse zu erpressen, die sie mittlerweile widerrufen haben. Die Polizei bestritt, die Angeklagten schlecht behandelt zu haben.

Polizeioberst Cherdpong Chiewpreecha eröffnete dem Gericht bei seiner Zeugenaussage, dass niemand auf die Idee gekommen sei, Material aus einer Überwachungskamera zu sichten, das ein Boot zeigt, das die Insel etwa eine Stunde nach den Morden verließ. „Wir haben das Material, aber wir haben es nie überprüft“, sagte er.

Cherdpong gab ebenfalls zu, dass die Beamten niemals Gerüchten nachgingen, wonach Witheridge mit einem jungen Thai in der AC Bar in der Nähe des Tatortes angeblich in einen Streit geriet. Bei diesem Thai soll es sich um den Sohn eines der einflussreichsten Männer auf der Insel handeln.

In der AC Bar wurden Miller und Witheridge zuletzt lebend gesehen. Die Verteidigung stellt darauf ab, dass dieser Thai der Mörder sein könnte, der dann mit einem Boot die Insel verließ.

Hinzu kommt, dass die Polizei es versäumte, von der Mordwaffe Fingerabdrücke zu nehmen und diese auf DNS-Spuren zu untersuchen. Bei der Tatwaffe handelt es sich um eine Hacke, die in der Nähe der Leichen gefunden wurde. Die Ermittler hielten nach eigener Aussage eine nähere Untersuchung nicht für nötig, nachdem sie die Hacke mit einer Lupe inspiziert hatten.

Die Tatwaffe wurde mit anderen Beweisstücken in einem Einkaufswagen eines Supermarktes ins Gericht gebracht.

Die Anklage stützt sich bei ihrer Argumentation hauptsächlich auf DNS-Spuren, die die Täter an Witherdiges Leiche hinterließen. Der Verteidiger bat daraufhin, die DNS nochmals zu testen. Daraufhin erklärte die Polizei, dass die DNS-Spuren am Opfer nach den Tests „vollständig verbraucht“ seien.

Schon zu Beginn des Prozesses gab es Merkwürdigkeiten: Die Behörden bestellten einen Burmesen als Dolmetscher, der eigentlich Pfannkuchenverkäufer ist. Dieser Mann soll auch anwesend gewesen sein, als die Polizei die beiden Verdächtigen befragte und angeblich folterte. Auch der Dolmetscher soll sich an den Folterungen beteiligt haben. Zudem soll es sich bei ihm um einen Zeugen der Anklage handeln. Erst als die Verteidigung das monierte, ordnete das Gericht an, einen anderen Dolmetscher für den Prozess zu bestellen.



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