Indonesien will Homosexualität im TV verbieten Drucken
Geschrieben von: thomas.jaeger   
Montag, den 23. Oktober 2017 um 07:46 Uhr

Politiker in Jakarta wollen Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit unsichtbar machen: Nach einem Gesetzentwurf soll jetzt die Darstellung von Homosexualität im Fernsehen untersagt werden.

Das indonesische Parlament behandelt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters einen Gesetzentwurf, laut dem „LGBT-Verhaltensweisen“ in den nationalen Fernsehsendern verboten werden sollen. Ausdrücklich schwule oder lesbische Personen in TV-Sendungen sollen dem Entwurf zufolge ebenso tabu sein wie Männer, die sich wie Frauen kleideten oder „weiblich“ agierten.

Der Abgeordnete Hanafi Rais begründete die Inititative damit, dass Homo- und Transsexualität „abnorm“ und eine Gefahr für „junge Generationen“ seien. Bobby Rizaldi, der ebenfalls im Parlament von Jakarta sitzt, erklärte außerdem: „LGBT ist nicht kriminell, aber wenn es in den öffentlichen Raum eindringt und von Fernsehsendern übertragen wird, muss es natürlich reguliert werden.“
TV-Sender will bereits jetzt LGBTI-Inhalte „minimieren“

Bereits jetzt werden die nationalen TV-Sender laut Reuters von der Fernsehaufsichtsbehörde gewarnt, wenn sie mutmaßlich Homosexuelle zeigen. So erhielt der private Sender Trans7 einen Brief von der Behörde, in dem sie sich über die Comedyserie „Opera van Java“ beschwerte, weil dort ein Mann auftaucht, „der sich wie eine Frau anzieht und auch so verhält“. Der Sender habe als Reaktion angekündigt, „LGBT-Inhalte“ zu „mininieren“.

In Indonesien – dem mit 250 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land der Welt – ist Homosexualität zwar mit Ausnahme der erzkonservativen Provinz Aceh nicht illegal. Allerdings beklagen Bürgerrechtler, dass die Repressionen gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in den letzten Jahren massiv zugenommen hätten. Immer wieder kommt es gar zu Verhaftungen: So nahm die Polizei erst vor knapp zwei Wochen in der Hauptstadt Jakarta bei einer Razzia in einer Schwulensauna 51 Personen fest (queer.de berichtete).

Anfang des Jahres kritisierte das Europaparlament die „Zunahme der Anti-LGBTI-Rhetorik“ in Indonesien (queer.de berichtete). Die Bürgerrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte bereits im vergangenen Jahr, es finde ein „nie dagewesener Angriff“ auf LGBTI-Rechte in Indonesien statt (queer.de berichtete). (dk)



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