Vietnam: Traumhafte Schönheit und spannende Kontraste

Die Kalksteininseln der Ha-Long-Bucht sind wichtige Rückzugsgebiete für seltene Langurenarten
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Vietnam bietet atemberaubende Kultur- und Naturlandschaften. Doch in dem Land in Südostasien herrschen auch gewaltige Kontraste zwischen Tradition und Moderne vor.

Lange noch nach Beendigung des Vietnamkrieges und der Vereinigung unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam im Juli 1976 galt das Land in Südostasien als ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Diese Zeiten haben sich unter anderem durch die Aufhebung des US-Handelsembargos 1994 und einer kräftig anwachsenden Wirtschaft längst geändert. Vietnam, dessen Umrisse entlang des Pazifiks und am Südchinesischen Meer unter anderem als Bambusstange mit zwei Reisschalen beschrieben werden, ist zu einem aufstrebenden Land und einer der „Tigerstaaten“ Asiens geworden. Dennoch scheint zwischen den boomenden Millionenstädten Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon, im Süden nur wenig bekannt. Dabei lockt gerade das Innere des Landes mit seltener Schönheit und spannenden Kontrasten.

Die Autorin Iris Gesang zeichnet unter anderem mit spektakulären Luftaufnahmen ein Bild Vietnams wie aus dem Katalog. Ihr Film ist nach einer Erstausstrahlung bei ARTE nun im Rahmen von „Terra X“ im Zweiten zu sehen. Gewaltige Karstgebirge mit tiefen Schluchten prägen in den nördlichen Regionen das Landschaftsbild. Die kunstvoll angelegten Reisterrassen beispielsweise des Volkes der Hmong wirken wie in die Berge geschnitzt. Doch trotz der traumhaften Aussicht auf beinahe unberührte Natur: Es gibt gerade in den ländlichen Gebieten noch einige Probleme zu überwinden.

Gerade in den Karstregionen herrscht fast überall Wassermangel. Dabei ist das „blaue Gold“, wie es Dr. Peter Oberle beschreibt, durchaus vorhanden. Allerdings vielerorts nur unterirdisch. Der Ingenieur für Wasserbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seilt sich derweil in eine Höhle ab. Oberle und sein Team sind auf der Suche nach dem kostbaren Nass. Dabei gehen sie in total abgeschiedener unwirtlich anmutender Umgebung auch festem Boden, den noch kaum ein Mensch zuvor betreten hat.