Laos: «Laufend enstehen neue Hausgemeinden»

Eine Hausgemeinde in Laos

 
 
 

Offiziell ist Laos buddhistisch und atheistisch, jedoch dominiert ein knechtender Geisterkult. Befreiung finden die Menschen im christlichen Glauben. Ein einheimischer Gemeindeleiter erklärte bei seinem Besuch in der Schweiz: «Unser Ziel ist, dass bis 2030 eine Million Laoten Christen sind.»

Ein grosser, goldener Tempel, der Pha That Luang, ziert das Wappen (nicht identisch mit der Flagge) der Nation. Laos setzt sich zu zwei Dritteln aus Buddhisten und einem Drittel Atheisten zusammen. «Allerdings glauben die meisten an Geister der Vorfahren und kennen im Grunde eher die buddhistischen Feiertage als die eigentliche Religion», erklärt der laotische Pastor David (Name geändert), einheimischer Projektpartner des international tätigen Hilfswerks «HMK Hilfe für Mensch und Kirche» (Thun BE).

«Die Geister bestimmen das Leben der Menschen, die zahlreiche Anstrengungen unternehmen, um diese zu besänftigen. Auch die armen Menschen müssen Hühner und Schweine abgeben, mit denen dann die Zauberdoktoren allerhand Zeremonien durchführen.»
Gesegnet und verfolgt

Einen erheblichen Kontrast biete hierzu der Glaube an Jesus Christus. «Die Christen erleben, dass sich durch ihren veränderten Lebenswandel ihr Leben verbessert. Sie sind nicht nur befreit von solchen letztlich teuren Opferhandlungen, sondern auch von Ängsten vor den Geistern.» Entsprechend verbreitet sich der Glaube: «Laufend entstehen neue Hausgemeinden, die sich zu grösseren Gemeinden zusammenfinden», so Pastor David.

«Doch wir erleben auch Verfolgung. Besonders betroffen sind Gegenden, in denen sich Christen neu zum Gottesdienst versammeln. Wenn sich Menschen zur Jesusnachfolge entscheiden, treffen sie sich zum Gebet», so der Untergrundpastor. Lokale Regierungen würden diese Treffen sofort als illegal werten. «Die Christen werden aufgefordert, sich nicht mehr zu versammeln, oft unter der Drohung, dass sie sonst unter Arrest gestellt werden. Manchmal wird auch die Ernte beschlagnahmt oder andere Güter.» Behörden würden beispielsweise sagen, dass Christen nun ihre eigenen Götter und eigene Zeremonien hätten und sie deshalb nicht mehr dazugehören würden. Ihnen werde dann etwa untersagt, aus dem Dorfbrunnen Wasser zu schöpfen. Oder den Kindern werde verwehrt, die Schule zu besuchen, mit der Begründung: «Ihr habt euch selber von uns getrennt.» Ebenso würden Beerdigungen nicht gestattet.

«Wir wollen eine Million Christen»

Gleichzeitig beobachtet David: «Die Christen bleiben ihrem Glauben treu. Sie sind ein Vorbild über die Landesgrenzen hinaus. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit führen zu einem Wachstum der christlichen Gemeinden im Land.»

Gegenwärtig dürfte rund einer von 30 Laoten Christ sein. Das erklärte Ziel sei, dass es bis 2030 eine Million Christen in Laos gebe. Das wären mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. «Dazu brauchen wir aber 10’000 zusätzliche Leiterinnen und Leiter.» Diese sollen unter anderem über biblische Ausbildung in den Gemeinden aufgebaut werden. Besonders wichtig seien Frauen im christlichen Dienst. «Denn wenn sich die Polizisten die Männer vornehmen, sind sie strenger als mit den Frauen.»

Die kommunistischen Dorf-Komitees

Die regionalen Behörden in den Dörfern bestehen aus einem Komitee der kommunistischen Partei, der Polizei und dem Dorfchef. «Befinden sich Menschen im Dorf, die nicht zum Dorf gehören, ist das den Vertretern des Dorf-Komitees suspekt und sie kommen vorbei, um einen zu überprüfen.» Da helfe es, dass sie sich als Christen unter anderem in Landwirtschaftsprojekten wie Hühneraufzucht oder Getreideanbau investieren würden. Das komme der Bevölkerung zugute und sei gegenüber den Dorf-Komitees unverfänglich. «Die Menschen wachsen im Glauben und auch ihre Betriebe werden verbessert. Christen werden oft zu guten Vorbildern für die Allgemeinheit.»

Am 26. Oktober 2019 feiert das international tätige Hilfswerk «HMK Hilfe für Mensch und Kirche» sein 50-jähriges Bestehen, unter anderem mit Gästen aus verschiedenen Ländern.