Muslimische Rebellen auf Philippinen geben Waffen ab

Auf dem Weg zu einem neuen Lebensabschnitt: Kämpfer der Moro Islamische Befreiungsfront

 
 
 

In einem symbolischen Akt haben rund tausend Kämpfer mit der Übergabe ihrer Waffen begonnen. Es ist der Anfang eines Friedensprozesses, in dem sich die Rebellengruppe zu einer regulären politischen Partei wandeln soll.

Staatspräsident Rodrigo Duterte sprach bei der Zeremonie in Sultan Kudarat auf der Insel Mindanao von einem weiteren Meilenstein im Friedensprozess zwischen der Regierung und der Rebellengruppe Moro Islamische Befreiungsfront (MILF).

Beide Seiten hatten 2014 ein Friedensabkommen unterzeichnet, mit dem die Entwaffnung der rund 40.000 MILF-Kämpfer vereinbart wurde. Vor acht Monaten wurde ein Gesetz unterzeichnet, wonach auf Mindanao das autonome muslimische Gebiet Bangsamoro entstehen soll.

MILF-Chef Murad Ebrahim meinte, die Aufgabe des bisherigen Rebellenlebens sei eine schwere Herausforderung für die Betroffenen, die viele Jahre lang für den Kampf ausgebildet worden seien. „Es war ein langer Weg für uns alle, und wir sind noch längst nicht am Ziel“, sagte er.

Die MILF hatte seit den späten 1970er Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat auf Mindanao gekämpft. Mindestens 150.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet. Nach jahrzehntelangen Verhandlungen willigte die MILF schließlich ein, eine Autonomie zu akzeptieren. Auf Mindanao sind allerdings noch andere Rebellengruppen aktiv.