In Europa wird weniger geraucht, in Asien umso mehr

In Deutschland werden die Zigaretten seltener, in anderen Ländern steigt dagegen der Tabakkonsum

 
 
 

In Deutschland rauchen die Menschen heute weniger als früher – weltweit gesehen ist das aber nicht der Fall.

Das haben Forscherinnen und Forscher festgestellt, die ein Abkommen der Weltgesundheitsorganisation evaluiert haben. 181 Staaten hatten die Übereinkunft seit dem Jahr 2003 ratifiziert. Die Auswertung der Folgen ergibt nun: Weltweit gesehen hat das Abkommen nicht viel gebracht. Es gebe keine statistischen Belege dafür, dass der Tabakkonsum global gesehen zurückgegangen sei. Zwar wird in einigen Ländern, in denen traditionell viel geraucht wurde, heute weniger geraucht – in den USA, Japan, Polen, Brasilien und Deutschland. Dafür stieg der Konsum in anderen, meist einkommensschwächeren Ländern, vor allem in Asien. In China wird demnach heute so viel geraucht wie in allen 40 Top-Tabakkonsumländern zusammen.

Die Forschenden sagen: Weil die Maßnahmen je nach Land unterschiedlich streng waren, haben sich Tabakkonzerne auf weniger regulierte Länder konzentriert. Dort stieg der Konsum. Im schlimmsten Fall werden in diesem Jahrhundert eine Milliarde Menschen an den Folgen des Tabakkonsums sterben, heißt es in der Studie.