Erster Kardinal aus Laos wird 75


 
 
 

Biografie von Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun spiegelt schwierige Situation der Christen in dem südostasiatischen Land wieder, das seit 1975 kommunistisch regiert wird

Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun, erster Kardinal aus Laos und Apostolischer Vikar der Hauptstadt Vientiane, wird am Montag 75 Jahre alt. Er erreicht damit die Altersgrenze, mit der Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen. Oft belässt dieser die Leiter wichtiger Diözesen noch einige Zeit darüber hinaus im Amt.

In dem südostasiatischen Laos sind Katholiken eine kleine Minderheit; ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei etwa 1,5 Prozent. Mangkhanekhoun hat sich laut Vatikanangaben unter anderem durch seine Besuche in entlegenen Bergdörfern einen Ruf als engagierter Seelsorger erworben.

Ende 2017 ernannte Papst Franziskus Mangkhanekhoun zum Apostolischen Vikar von Vientiane. Erst wenige Monate zuvor hatte er den vormaligen Apostolischen Vikar in Pakse zum Kardinal ernannt. Apostolische Vikariate sind nur eine Vorstufe selbstständiger Diözesen; der Vikar dort hat aber de facto die gleichen Aufgaben wie ein Diözesanbischof. Dass ein Apostolischer Vikar Kardinalsrang erhält, ist sehr ungewöhnlich.

Mangkhanekhoun ist der erste Kardinal aus Laos. Seine Biografie spiegelt die schwierige Situation der Christen in dem südostasiatischen Land wider, das seit 1975 kommunistisch regiert wird. Drei Jahre, von 1984 bis 1987, verbrachte er im Gefängnis; zum Priester geweiht wurde er in einem Flüchtlingslager. Bei einem Besuch im Vatikan soll Ling dem Papst von seiner Haftzeit berichtet und ihn damit tief beeindruckt haben.

Mangkhanekhoun wurde am 8. April 1944 in Laos geboren und empfing 1972 die Priesterweihe. Drei Jahre später wurde er Pfarrer in der Hauptstadt Vientiane. Apostolischer Vikar von Pakse ist er seit 2000; die Bischofsweihe folgte im April 2001. Von 2009 bis 2014 war Mangkhanekhoun Vorsitzender der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha.