Thailand: So gut tat dem Strand aus „The Beach“ die achtmonatige Schließung


 
 
 

Die Maya-Bucht in Thailand, bekannt aus dem Film „The Beach“, wurde letztes Jahr geschlossen. Grund: rasant steigende Touristenzahlen. Jetzt, acht Monate nach Schließung, zeigen sich die ersten positiven Effekte.

Der Traumstand Maya Bay auf der thailändischen Insel Koh Phi Phi ist seit Juni 2018 gesperrt. Nach der Veröffentlichung des Films „The Beach“, dessen Dreharbeiten mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle an diesem Strand stattfanden, drängten Touristenmassen an die Maya-Bucht. Die Natur musste sich von den Auswirkungen erholen, die ersten Verbesserungen zeigen sich schon jetzt – nach rund acht Monaten.

Vor der Veröffentlichung des Filmes „The Beach“ im Jahr 2000 galt die Maya-Bucht als Geheimtipp unter Reisenden. Leonardo DiCaprio spielte in dem Film einen amerikanischen Studenten, der eine abenteuerliche Rucksackreise durch Thailand macht. Mithilfe einer handgezeichneten Karte machte er sich auf die Suche nach versteckten und für Touristen unerreichbaren Stränden. Maya Bay wird in dem Film als paradiesischer Ort beschrieben und als unberührter Fleck dargestellt. Hätte sich Richard Fischer, die Figur, die DiCaprio spielte, zehn Jahre nach dem Dreh noch einmal auf den Weg zu dem Strand gemacht, hätte er ihn wohl nicht mehr wiedererkannt.

Bis zu 5000 Touristen täglich

Die Touristenanstürme stiegen von Jahr zu Jahr: 2008 waren es im Durchschnitt noch etwa 200 Besucher am Tag, in den letzten Jahren vor der Schließung waren es knapp 5000 Menschen, die sich täglich an der kleinen Bucht drängten. Zusätzlich legten fast 200 Boote pro Tag an. Das hat der britische „Guardian“ nach der Sperrung des Strandes berichtet.

Korallen durch Boote und Menschen zerstört

Etwa eine Million Touristen im Jahr bedeuteten für den Strand, dass die Verschmutzung unter anderem durch Plastikmüll und Öl deutlich zugenommen hatte. Tiere wurden vertrieben und hielten sich nicht mehr in der Nähe der Bucht auf. Ein weiterer Grund für die Schließung der Bucht war die zunehmende Zerstörung der Korallen, die unter den Booten und Menschen litten.

Im Juni des vergangenen Jahres sorgte die thailändische Behörde schließlich dafür, dass der paradiesische Ort für unbestimmte Zeit geschlossen bleibt. Die zuständigen Beamten kümmerten sich um eine Grenzlinie für die Boote, die 300 Meter vor dem Strand liegt. Patrouillenboote kontrollieren, dass sie eingehalten wird.

Die ersten guten Nachrichten nach der Schließung

Ein Meeresbiologe, der zur Beobachtung des Strandes eingesetzt worden ist, berichtete nun von einer guten Entwicklung des Strandes. Gegenüber der BBC sagte der Biologe Dr. Thon Thamrongnawasawat, dass 1998/99 etwa 30 Prozent der Korallen beschädigt waren, im Jahr 2018 stand die Zahl bereits bei 90 Prozent. Hier könne bereits ein Erfolg verbucht werden, auch wenn die vollständige Erholung der Korallen Jahrzehnte benötige. Aber neue Korallen hätten sich immerhin schon gebildet.

Erste Haie kehren zurück

Auch die restliche Tierwelt scheint sich wieder in die Bucht zu trauen, im Oktober wurden die ersten Haie gesichtet. Inzwischen kommen jeden Morgen 50 bis 60 Schwarzspitzenriffhaie an den Strand, erzählte der Biologe. Er bezeichnete sie gegenüber der BBC als „die coolsten Kreaturen im Meer“, sie seien ein wahres Geschenk für ihn.

Maya Bay zählt mit seinem weißen Sandstrand zu einem der schönsten Orte der Welt. Noch ist von einer Wiedereröffnung keine Rede. Experten behaupten aber, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis der Strand wieder für Touristen geöffnet werde. Die Behörde äußerte, dass in dem Fall über eine Kapazitätsgrenze nachgedacht werden müsse. Vorerst jedoch können Selfies nur von der Grenzlinie in 300 Meter Entfernung gemacht werden.